FAQs – Messtellenbetriebsgesetz

Hier finden Sie Antworten zu den häufig gestellten Fragen zum Messstellenbetriebsgesetz sowie zum Rollout digitaler Zähler:

Bis 2032 müssen alle herkömmlichen Zähler durch mMEs ersetzt werden. Die Stadtwerke Treuchtlingen beginnen ab 2018 mit dem Einbau. Um den Aufwand möglichst gering zu halten, werden zunächst alle Neubauten sowie Kunden mit mMEs ausgestattet, für deren Zähler ohnehin der obligatorische Turnuswechsel alle acht Jahre ansteht.

Der Einbau von iMSys startet, sobald die Smart Meter Gateways zu Verfügung stehen, was aktuell noch nicht der Fall ist. Zunächst werden Kunden mit einem Jahresverbrauch größer als 10.000 Kilowattstunden (kWh) mit einem iMSys ausgerüstet, zu einem späteren Zeitpunkt auch Kunden ab 6.000 kWh Jahresverbrauch.

Eine moderne Messeinrichtung ist ein digitaler Stromzähler, der den Stromverbrauch elektronisch erfasst und auf einem Display darstellt. Sie löst die herkömmlichen elektromechanischen Stromzähler („Ferraris-Zähler“) ab, die nur den aktuellen Zählerstand anzeigen. Eine mME kann dagegen auch tages-, wochen-, monats- und jahresbezogene Stromverbrauchswerte für die letzten 24 Monate anzeigen. Durch Anbindung an ein Smart Meter Gateway kann die mME zu einem intelligenten Messsystem (iMSys) erweitert werden.

Das iMSys besteht aus einer mME und einem Smart Meter Gateway gemäß den Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Während die mME die Verbrauchsdaten nur anzeigt, kann das iMSys die Daten auch fernübertragen. So werden etwa alle 15 Minuten Zählerstände und Lastgänge erhoben und automatisch übertragen.

Für den Messstellenbetrieb einer modernen Messeinrichtungen gilt eine gesetzlich festgelegte Preisobergrenze von 20,00 EUR/Jahr brutto.

Eine moderne Messeinrichtung, bei der kein Kommunikationsmodul eingebaut ist, sendet und empfängt keine Daten. Die Daten verbleiben im Messsystem des Verbrauchers und müssen wie bei herkömmlichen Zählern weiterhin abgelesen werden. Anders ist bei intelligenten Messsystemen: Hier erhält der Stromversorger, von dem ein Haushalt seinen Strom bezieht, ebenso wie der Netzbetreiber und Messstellenbetreiber, automatisch die jeweiligen Verbrauchswerte. Von Haushalten mit einem Jahresverbrauch von weniger als 10.000 kWh bekommen sie aber alle – wie bei herkömmlichen Zählern auch – ausschließlich die Summe des Stromverbrauchs für das ganze Jahr.

Nur wenn im Vertrag mit dem Stromversorger ausdrücklich etwas anderes vereinbart ist, etwa für variable Tarife, fließen detailliertere Daten.

Liegt der Verbrauch über 10.000 kWh oder die Nennleistung einer Strom erzeugenden Anlage über 7 kW, werden mehr Daten übertragen. Der Energieversorger und der Netzbetreiber erhalten jeden Tag ein Protokoll, das den Verbrauch beziehungsweise die Einspeisung des jeweiligen Vortags in 15-Minuten-Intervallen aufschlüsselt.

Die Stromerzeugung wird mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien dezentraler und volatiler. Dadurch steigen die Anforderungen an den Netzbetrieb sowie die Koordinierung von Stromangebot und -nachfrage. Mit der Einführung der intelligenten Messsysteme verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, eine technische Infrastruktur für die Energiewende zu schaffen. Mit Hilfe der neuen Geräte können beispielsweise variable Stromtarife eingeführt werden, die niedrige Preise bei geringer Stromnachfrage während der Nacht und höhere Preise in Zeiten von hoher Stromnachfrage berücksichtigen. Außerdem können dezentrale Stromerzeuger wie Photovoltaik- oder Windenergieanlagen gesteuert werden, um das Stromnetz stabil zu halten. Hierfür ist aber zusätzlich noch eine Steuerbox erforderlich, die die Geräte zu- oder abschalten kann.

Die neuen Technologien bilden die technische Basis für künftige Anwendungen, die dazu beitragen sollen Strom und Kosten zu sparen. Sie ermöglichen etwa:

  • mehr Verbrauchstransparenz
  • variable Energietarife abhängig von Tageszeit und Stromangebot und -nachfrage
  • Vermeidung von Vor-Ort-Ablesekosten
  • Bereitstellung von Informationen zur Stabilisierung des Stromnetzes
  • Steuerung dezentraler Erzeuger und flexibler Lasten

Der Messstellenbetreiber legt die Bereiche fest, in denen sukzessive am mME und iMSys umgestellt wird.

Sechs Monate vor Beginn des Rollouts: Information auf öffentlichem Weg (z.B. Internetseite) über den geplanten Rollout-Beginn.

3 Monate vor Beginn der Umrüstung: schriftliche Information an den einzelnen Kunden über den geplanten Umbau-Zeitraum.

Nein. Der Gesetzgeber hat die Umrüstung im neuen Messstellenbetriebsgesetz geregelt, das seit September 2016 in Kraft ist. Der Einbau ist damit verpflichtend.